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Der Teckbote: Neue Pläne für die alte Post
| DATUM: | Juli 2026 |
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| BERICHT: | Der Teckbote, Andreas Volz |
| BILDER: | Carsten Riedl, ViW |
Neue Pläne für die alte Post
Sanierung Die Schalterhalle ist komplett entkernt und wartet auf eine künftige Nutzung – als Gastronomiebetrieb, Laden oder auch beides. Ins Dachgeschoss kommen zwei Maisonette-Wohnungen.
Mit der Post soll’s schneller gehen als nebenan mit der Bruckmühle. Aber beide Projekte liegen in derselben Hand, und beide lassen sich jetzt möglicherweise zeitgleich angehen. „Es ist schön zu sehen, dass es auch mal ziemlich flott gehen kann“, sagt Vincent Büchner, Geschäftsführer der VIW GmbH mit Sitz in Esslingen. Beim Vor-Ort-Termin am Kirchheimer Postplatz gemeinsam mit Maximilian Ruf – bei VIW zuständig fürs Property Management – spricht er gleich davon, dass es um mehr geht als nur um ein denkmalgeschütztes Gebäude: „Das ist das eine. Es gibt aber noch das Außenrum. Die Stadt will den Postplatz voranbringen – und wir wollen unseren Teil dazu beitragen.“
Die „Alte Post“ bezeichnet Vincent Büchner als „Einfallstor in die Stadt“ – und das ist für alle nachvollziehbar, die sich der Innenstadt von den beiden westlich gelegenen Einkaufszentren aus nähern. Im Erdgeschoss, in dem bis März 2025 die Post untergebracht war, warten rund 400 Quadratmeter auf eine neue Nutzung. Ob Handel, Gastronomie oder Praxen: Noch ist nichts endgültig entschieden. Trotzdem denkt Vincent Büchner in erster Linie an eine gastronomische Nutzung. „Der Handel ist für eine Innenstadt von großer Bedeutung. Aber wir denken, dass die Gastronomie an dieser Stelle noch mehr Belebung bringen kann – auch durch Bewirtung im Außenbereich.“
Die tatsächliche Nutzung sei erst einmal abzuklären, bevor die Sanierung des Erdgeschosses starten kann: „Wir fangen da nicht blind irgendwo an. Wir beginnen jetzt mit der offiziellen Suche nach Interessenten. Informell hatten wir schon einige Anfragen zu verzeichnen. Sobald feststeht, wer ins Erdgeschoss einzieht, nimmt das ganz schnell Fahrt auf.“
Start mit der Fassade
Was noch schneller gehen soll, ist die Fassadensanierung zum Postplatz hin. Dabei geht es vor allem um Steinmetzarbeiten. Nach der Sommerpause soll das Gebäude eingerüstet werden. „Da hängt auch viel von der Witterung ab. Aber ich denke, das Gerüst sollte nicht allzu lange stehenbleiben.“
Maximilian Ruf erwähnt, dass sich das Erdgeschoss aufteilen lässt: „Wir haben ja zwei Eingänge, die sich separat nutzen lassen.“ Somit könnten sich ein Gastronom und ein Ladenbesitzer die Fläche teilen. Flexibel genug sind die Gegebenheiten in der alten Schalterhalle samt Nebenräumen. Der Denkmalschutz dürfte im Erdgeschoss nicht so ins Gewicht fallen.
Gleich im Vorbau, wo sich einst der Geldautomat befunden hat, steht eine gusseiserne Säule. „Das ist ein tolles Relikt“, sagt Vincent Büchner anerkennend. „Ansonsten haben wir bis jetzt nichts Historisches gefunden.“ Abzuwarten bleibt, was die abgehängten Decken in diesem Fall noch freigeben könnten. Auch hinter den rechteckigen Pfeilern könnte sich noch Historisches verbergen. Beim Klopfen lässt sich darauf schließen, dass sie von einer Holzverkleidung ummantelt sind.
Bei den meisten Wänden handelt es sich um Raumteiler, wie sie den Bedürfnissen der Post und der Postbank entsprochen haben. Das dürfte sich nach Belieben an neue Bedürfnisse anpassen lassen. „Das wird richtig spannend, was mit diesem großen und hohen Raum alles passieren kann“, freut sich Vincent Büchner auf den Umbau.
Die passende Nutzung fürs erste Obergeschoss ist bereits gefunden. Dort ist eine Kinderarztpraxis eingezogen. „Die wird sehr gut angenommen“, stellt der VIWGeschäftsführer fest.
Über das Treppenhaus, das zur Praxis führt, geht es weiter zum Dachgeschoss. Dort sieht das Konzept zwei Maisonette-Wohnungen vor, für die auch das zweite Dachgeschoss – eine klassische „Bühne“ – ausgebaut werden soll. Balkone sind in Richtung Süden vorgesehen, mit Blick auf die Alb. Auch in diesem Fall ist der Denkmalschutz nicht tangiert, weil die Schaufassade ja unverändert bleibt.
Was die Wohnungen betrifft, dürfte sich bald etwas tun: „Die Genehmigung liegt schon vor“, sagt Vincent Büchner und lobt dabei ausdrücklich die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Baurechts- und dem Denkmalamt.
Wenn’s um die Post geht, kann also auch in Kirchheim einmal die sprichwörtliche Post abgehen.
127 Jahre Post am Platz
Das markante Gebäude, dem der Kirchheimer Postplatz seinen heutigen Namen verdankt, wurde 1898 errichtet. Es hatte damals wichtige Funktionen, an die heute kaum mehr jemand denken würde – außer als Postamt eben auch als Telefon- und Telegraphenamt. Nach 127 Jahren kam das Aus für die ursprüngliche Nutzung. Seit März 2025 steht die Schalterhalle leer.
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Wo einst der Bankautomat war, gibt es den Blick in die Schalterhalle. -
Die Sanierung des Postgebäudes soll im Herbst mit der Fassade beginnen. -
Maximilian Ruf (links) und Vincent Büchner von der VIW GmbH auf dem Kirchheimer Postplatz. Im Hintergrund ist das alte Postgebäude zu sehen mitsamt dem Banner, das auf die anstehende Sanierung hinweist. -
Blick von Postplatz (Bestuhlt)